Bundeswehr startet Web-Serie „Die Rekruten“

Die Bundeswehr startet ab November eine eigene Reality-Dokumentation auf YouTube. In „Die Rekruten“ sollen zwölf Männer und Frauen bei ihrer Ausbildung begleitet werden. Mit der Webserie soll Nachwuchs angeworben werden.

Bereits auf der Gamescom 2016 wurde mit YouTube-Stars wie Joyce Ilg, Julez und C-Bas und weiteren für die Jobs der Bundeswehr geworben. Für den WDR fragte FloVloggt, ob eine Spielemesse dafür der richtige Ort sei, und ob YouTuber nicht eine gewisse Verantwortung für ihre meist noch sehr jungen Zuschauer tragen müssten. Einige der YouTuber drohten dem WDR daraufhin mit ihren Anwälten, anstatt sich zu den angesprochenen Vorwürfen zu äussern. Sowohl die Bundeswehr wurde für ihren Messeauftritt auf der Gamescom, als auch die YouTuber für ihre Teilnahme an der Werbekampagne kritisiert.

Reality-Dokumentation begleitet Bundeswehr-Soldaten

Nun wurde der Start einer eigenen Reality-Dokumentation der Bundeswehr auf YouTube angekündigt. Allerdings nicht mit YouTubern, sondern mit zwölf Männern und Frauen, die eine Grundausbildung an der Marinetechnikschule Parow in Stralsund absolvieren. Während ihrer Ausbildungszeit sollen sie mit einer Webserie begleitet werden. Die Rekruten sollen dabei alle „echt“ und keine Schauspieler sein.

Ab November soll drei Monate lang täglich um 17:00 Uhr eine neue, rund 5-minütige Folge auf einem eigens dafür eingerichteten YouTube-Kanal erscheinen. Zusätzlich gibt es Posts auf Facebook, Instagram und Snapchat. Mit dem Start der Serie „Die Rekruten“ soll auch eine landesweite Plakatkampagne starten.

Die Webserie soll 1,7 Millionen Euro kosten

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Bild: © Bundeswehr

„Vom ersten Antreten bis zum feierlichen Gelöbnis“ soll die Webserie „hautnah“ und mit Nähe zum Protagonisten zeigen, „wie aus jungen Menschen junge Soldatinnen und Soldaten werden“, so die Bundeswehr.

Die Reaktionen auf die Ankündigung reichen bisher von „Absolut cool“ bis „Ihr habt sie nicht mehr alle“. Andere kritisieren die hohen Kosten und meinen, dass man das Geld auch hätte sinnvoller einsetzen können. Unter dem Trailer auf YouTube meint ein Nutzer, dass die Ausbildung früher härter und noch „kein funny entertainment“ war.

„In zwölf Wochen durchleben die jungen Leute eine spannende Entwicklung. Sie, werden an ihre Grenzen geführt und entdecken dabei ihre eigenen Stärken.“ Die Bundeswehr möchte „auf Augenhöhe mit den jungen Menschen“ zeigen, wie die Grundausbildung heute abläuft und gleichzeitig mit den alten Klischees aufräumen, sagte Dirk Feldhaus, Pressesprecher der Arbeitgebermarke Bundeswehr.

Die Produktionskosten sollen nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ (BamS) 1,7 Millionen Euro betragen. Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Linder kritisierte in der BamS die hohen Kosten: „So lange die Ausrüstung der Bundeswehr so marode ist, nützen die teuersten Werbefilmchen nichts. Die Millionen sollte Frau von der Leyen lieber für die Soldaten ausgeben.“ Auch vom Wehrbeauftragten des Bundestages, Hans-Peter Bartels, kommt Kritik. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: „Es ist von allem zu wenig da“. Momentan würden die Anforderungen deutlich die vorhandene militärische Leistungsfähigkeit übersteigen, so Bartels weiter.

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